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Modellfoto
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Neubau Pavillon und Teilumgestaltung
St. Johanns Park, 4056 Basel

Teilnahme 2007

Situation
Städtebaulich befindet sich das Projektgebiet im Spannungsfeld zwischen Stadtkante, Rheinuferpromenade, dem alten Baumbestand sowie den historischen Fragmenten in Form der ehemaligen Direktorenvilla, dem Waaghäuschen und der Mauer zur Elsässerstrasse. Die Topographie wird geprägt durch zwei Ebenen: den oberen Bereich mit Stadtkante und Sichtbeziehungen zum Rhein, darunterliegend die allmendartige Rasen- und Spielfläche in Richtung Rheinpromenade. An der Schnittstelle der beiden Ebenen tritt eine teilweise kiesige, halbrunde Böschung in Erscheinung, die an den Prallhang eines mäandrierenden Gewässers erinnert.

Entwurfsziel
das Ziel des Entwurfes besteht in der Revitalisierung und Rückführung des Parkareals in das bestehende städtische Umfeld; das Projekt RHEINGOLD initiiert hierfür einen markanten Treffpunkt innerhalb einer urbanen Parklandschaft aus verschieden dichten Grünräumen. Das Konzept ist dem bestehenden, übergeordneten Bild einer Flussaue entlehnt und wurde um eine „Uferböschung“ mit Prallhang mit "Schwemmgut" erweitert.


Entwurfsidee
Die momentan eher vernachlässigt wirkende Anlage wird durch mehrere landschaftsplanerische sowie architektonische Eingriffe aufgewertet:

Landschaft
- klare Ausformulierung der bereits bestehenden Grundstruktur in einzelne Bereiche mit unterschiedlichen Nutzungs- und Raumqualitäten - kleinteilig im Umfeld des neuen Pavillons, offen und urban der Villa vorgelagert (Lindenhain), weiträumig und grosszügig auf der unteren Ebene (Liege- und Spielwiese)
- Präzisierung der Grenzen und Übergänge zwischen den einzelnen Gebieten zur Akzentuierung der jeweiligen Charakteristika
- Öffnung und Auslichtung der in Teilbereichen dichten, dunklen Bestandsvegetation durch roden des Unterholzes und aufasten der geschützten Hochstammbäume
- ausgehend vom schützenswerten Baumbestand Schaffung von „Vegetations-und Aktivitätsinseln“ welche von einem sich verengenden und aufweitenden Wegenetz in Form einer flächigen Chaussierung umflossenen werden (Aufenthalts-, Spiel- und Kommunikationsmöglichkeiten). Die überblickbare Anordnung der Inseln sowie die niedrige Höhe der Unterpflanzungen steigert das subjektive Sicherheitsempfinden - dunkle Bereiche werden vermieden.
- strukturelle Einbindung des Seniorenhauses und des Kinderhorts in das parkseitige Erschließungsnetz als Bestandteil einer angedachten generationsgemischten Nutzung

Architektur
- dem Konzeptansatz „Flusslandschaft“ folgend wird ein Ensemble aus 3 skulpturalen Pavillonkörpern (bestehend aus Café, Veranstaltung und Kindertreff) mit einem gemeinsamen, multifunktionalen Foyerbereich und  angrenzenden Freibereichen als angespülte „Nuggets“ im Gelände platziert.
- hochwertige Optik, die symbolisch die Wichtigkeit des Objektes sowohl in stadträumlicher als auch in sozialer Hinsicht wiederspiegelt
- Vermeidung einer baulichen Konkurrenzsituation zur Villa durch bewusst andersartige Material- und Formenwahl
- Eigenständigkeit durch goldfarbene, schimmernde Optik
- Integration der baulichen Hülle in das vegetative Umgebungskonzept durch gemeinsame Formensprache

Mit Hilfe oben genannter Massnahmen entsteht eine neue, attraktive Schnittstelle zwischen Quartiersbevölkerung, Kindertreff und -hort, Bewohnern des Seniorenhauses sowie den Passanten und „Flussjüngern“ - die Stadt gewinnt einen wertvollen, lebendigen Ort der Begegnung im öffentlichen Raum zurück: das RHEINGOLD.